Glücksfälle

Das Unverfügbare in der Beratung und Führung

 

Beratende, Führungskräfte und Mitarbeiter/innen geben meist ihr Bestes, um erfolgreich Prozesse zu gestalten und erwünschte Ergebnisse zu erzielen. Doch ob in der Beratung oder in der Zusammenarbeit wirklich Gelingen erfahrbar wird, sich neue Gedanken entwickeln, ein bestärkendes Gefühl einstellt, eine verblüffende Erkenntnis gewonnen wird, das entzieht sich der Machbarkeit und Verfügbarkeit der Beteiligten. Diese können dann beschreiben, was sie alles getan haben und doch gibt es etwas, das geschehen ist - „passiert“ ist – und das sich der Erklärung entzieht. In Teams sind das die Momente, in denen aus einer gemeinsamen Bewegung heraus neue Ideen, Lösungen und Erkenntnisse unerwartet entstehen. Im Training entwickeln Gruppen ungeahnte Sensitivität und unmittelbare Einsichten in die Qualität der Verbundenheit. Im Coaching ist die Aufmerksamkeit greifbar und die Erkenntnis kommt geräuschlos und klar, in Führungssituationen wird es ganz leicht und wirksam. Es kommt zu Resonanz.

Was ist das Geheimnis dieser Glücksfälle? Welche Haltung, welche Methoden und Herangehensweisen, welche Rahmenbedingungen erlauben Resonanzerfahrungen? Wie gehen Berater/ innen und Vorgesetzte mit ihrer Angst und Ohnmacht um, diese herstellen zu wollen, aber nicht garantieren zu können?  Und wenn Resonanz stattfindet, dann erfüllt und befriedet sie zwar die Beteiligten. Doch sie ist auch vergänglich, entzieht sich der Dauerhaftigkeit und wirkt im Nachhinein fast trivial. Wie schaffen wir es als Beratende oder Führungskräfte, dem Glück immer wieder zumindest die Tür aufzuhalten?

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns auf der Tagung. Helfen werden uns der (theoretische) Blick auf die Konzepte zu Resonanz und Rhythmus, in denen das Unverfügbare eine große Bedeutung hat. Wir untersuchen die Vorbedingungen für Glücksfälle in der Praxis von Führung und Beratung. Wir beschäftigen uns mit den Begrenzungen und der Bedingungen für eine Wiederkehr von Resonanz in den vielfältigen und häufig abgeschotteten gesellschaftlichen Verhältnissen.