Irma Biechele, Leiterin Pastoralpsychologische Bildung, KSA

Wer wagt, gewinnt!


Oder: Warum es unnötig ist, eine eigene Brotzeit mitzubringen!

Gruppendynamik kannte ich bislang ausschließlich im Kontext von Seelsorgeausbildung. Schon allein die Größe der Gruppe (mit 16 TeilnehmerInnen doppelt so groß, wie die mir bekannten Settings), aber auch der Ort (ein Hotel mit Wellnessangebot in Bad Wörishofen) und die Zusammensetzung der Gruppe (viele TeilnehmerInnen aus der "freien Wirtschaft") waren mir neu. 

Besonders beeindruckt haben mich zwei österreichische Teilnehmer, die eine halbe Speisekammer in ihrem Auto mitgebracht haben – aus Furcht, beim Training sonst hungern zu müssen. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass Gruppendynamik anstrengend und fordernd ist. Aber offensichtlich macht diese Form des Kontaktes, der Beziehungsgestaltung, wie sie im Training geübt wird, satt. Die österreichischen Würste, das Brot und der Alkohol, fuhren unberührt wieder nach Hause.

Das Training war eine intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, mit meiner Art der Kontaktaufnahme, mit meiner Lust an Zugehörigkeit, Macht und Einfluss und mit den Grenzen meiner Kommunikation. Wichtig ist mir für meine Arbeit in der pastoralpsychologischen Supervision geworden, dass ich der Dynamik in der Gruppe vertrauen kann, dass sich die Gruppe trägt und Tempo und Intensität der Arbeit selbst bestimmt.

Mit einem Wort: Auch ich bin "satt" geworden und habe noch mehr Vertrauen in "die Gruppe" gewonnen. Vielen herzlichen Dank dafür!